Es ist tatsächlich schon wieder 2 Jahre her das Gottkaiser mit ihrem Debüt Album rausrückte, damals noch als Hamburger Punkrock ALLSTARS band mit den Ex-Bands der einzelnen mitglieder (BUT ALIVE, OHL, RASTA KNAST, COMBAT SHOCK oder den EMILS…. Jaja die erste Review hab ich ohne Namedroping geschafft hier musses nun sein :D) beworben, haben sie es mittlerweile, vollkommen zu recht, geschafft sich einen eigenen Namen zu erspielen und liefern mit KRIEG UND FRIEDEN ihr zweites Album ab, ob dieses ähnlich überzeugen kann wie das erste klären wir in dieser Plattenkritik.
Meine Erwartungen waren zugegebenermaßen hoch und wurden nicht enttäuscht, auch wenn deutliche Entwicklungen wahrzunehmen sind, die Gitarrenriffs wurden teilweise ein wenig Metallastiger(und rutschen auch ab und zu in Richtung Hardcore ab)bleibt aber alles in allem doch eher ruhig.
Insgesamt präsentiert man sich aber auch bei „Krieg und Frieden“ spiel- und variier freudig.
So wechseln sich sanfte Akustikgitarren mit harten Rotzigen ab, man haut dem geneigten Zuhörer schnelle punkrockstücke genauso wie ruhige Melancholie um die Ohren.
Man hat das Gefühl das Gottkaiser sich gerne und absolut absichtlich zwischen die Stühle setzt und gerne mit der Engstirnigkeit einiger Szenepropheten spielt!
Das ganze gepaart mit dem Gesang von Frederic Berg, der schon bei Combat Shock unter den Rezensenten für kontroverse sorgte, man liebt oder hasst ihn, wer ihn bei Combat Shock oder der ersten Gottkaiser platte nicht mochte wird ihn hier auch nicht mögen.
Fans werden auch weiter Fans bleiben…
Fernab der ausgetrampelten, klebrigen Parole Pfade, die so viele deutsche Punkbands heute beschreitet liefert man hier wieder eine erfrischende Mischung aus Befindlichkeitshymnen und Kultur/Szene/System Kritik mit dem Song „Deja Vu“ bietet hier aber auch eine klare rein politische Ansage.
Textlich für mich besonders erwähnenswert:
Ein anderer Mensch
Song über den Selbstbetrug, über das Maskenleben das viele führen um in die vergebene Rolle zu passen und über die Sehnsüchte die daraus entstehen!
Wörterloo
Song über den sprachlichen Misch-Masch einiger besonders cooler Typen die sich einen drauf runter holen bei Starbucks ihren Kaffee zu konsumieren.
Mikrokosmos
Klare ansage an einige Szene Apostelndie uns mit ihren Dogmen am liebsten alle in die gleiche unisex Punkuniform stecken und mit dem kollektiven Punker Standard Hirn ausstatten wollen.
Pro Individualität!
Szenekritik, lag Gottkaiser in meinen Augen schon immer hervorragend, ihre frühe Demo (Die Jutebeutel-Polizei) hatte hierhingehend echte Perlen!
Fazit:
Gottkaiser schaffen es sich mit „KRIEG UND FRIEDEN“ einen festen Namen an der Deutschen PunkFront zu erspielen.
Das noch dazu vollkommen Punkuntypisch, ohne Berührungsängste mit vollkommen unterschiedlichen Musikalische Richtungen und ohne Textlichen Einheitsbrei, selbst der erigierte Zeigefinger bleibt dem Hörer erspart!
„Krieg und Frieden“ präsentiert sich so als wahre Perle des noch jungen Jahr 2008, TIPP!
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Bin ich doch echt mal gespannt auf TT '08 !!