Neulich im CD-Laden: Ich stöbere mich durch das „das muss raus“ – Regal. Ich ärgere mich über die Scheiße, die hier verscherbelt wird. Doch hier, ein kleiner Hoffnungsschimmer: boysetsfire.
Mir schon bekannt, interessierten mich die Band und das Album. Und ich wunderte mich, was wohl nach der Lobrede (Eulogy) passieren soll…
Der Preis war okay, und jetzt sitz ich hier und schreibe meine wichtigsten Gedanken und die Meinung über dieses Album nieder.
Bereits im Bus nach hause schälte ich die CD aus ihrer Verpackung und studierte das Booklet. Die Texte kann man gut lesen, alles ist klar aufgebaut, aber leider fehlen klare Abgrenzungen zwischen den Strophen und dem Refrain, was das Mitlesen/Mitsingen erschwert. Da sprangen mir bei der Linkliste, die auch im Booklet integriert ist, diverse alternative Seiten auf, so z.B. von antirassistischen Aktionen, kommunistischen Parteien und sogar von Michael Moore. Bei bewusstem Lesen der Texte fällt einem dann auch die linkspolitische Einstellung der Band auf, die sich in fast allen Texten widerspiegelt.
Der Sound gefällt mir sehr gut, ein wirklich toll produziertes Werk. Besonders die Gitarren-Riffs sind wirklich ausgeklügelt. Die Songs glänzen durch einen vielfältigen Aufbau, Breaks, kritische Texte und Vielschichtigkeit.
Der Gesang von Sänger Nathan Gray geht von wirklich schönen und melodischen Passagen bis hin zu aggressiven Screamings, die er gekonnt einsetzt. In hohen Lagen aber schwächt seine Stimme ein wenig ab, was sicherlich mit den Songs zu tun hat, die ihm nicht immer entgegenkommen und seinen Stimmbändern zu viel Kopfstimme abverlangen.
Einige Lieder sind geprägt von Wut, Agression und einer energischen Kraft. Andere Songs sind eher gemütlich und sind meist sogar Ausdruck von Trauer. Der erste Track, der mir dazu einfallen würde, ist „when rhetoric dies“: ein verdammt geiler Song mit einem wirklich sehr nachdenklichen Songtext. Auch der Song „timothy“ geht in die selbe Richtung. Wieder andere Songs sind eigentlich eher laut, überraschen aber dann mit sehr ruhigen Passagen.
Durch alle Songs zieht sich ein roter Faden, man erkennt sofort den Stil der Band wieder und trotzdem ist die Mucke sehr abwechslungsreich.
Anspieltipps
“after the eulogy”, „rookie“, “when rhetoric dies”, “timothy”
Nicht zu empfehlen ist “our time honored tradition of cannibalism”, ein Song der zwar einen guten Text hat aber leider soundmässig in mir keinen neuen Freund finden wird.
Fazit
Wer nicht nur Punk, sondern auch Post Hardcore (so nennt sich nämlich der Stil der Band) mag, sollte unbedingt reinhören. Also bei mir hat das Album echt eingeschlagen.
Trackliste
1 After the Eulogy
2 Rookie
3 Pariah Under Glass
4 When Rhetoric Dies
5 Still Waiting for the Punchline
6 The Abominations of Those Virtuous
7 Our Time Honored Tradition of Cannibalism
8 (Compassion) As Skull Fragments on the Wall
9 My Life in the Knife Trade
10 Across Five Years
11 Twelve Step Hammer Program
12 Unspoken Request
13 The Force Majeure
14 Timothy
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