THE DA VINCI CODE - SAKRILEG Drucken E-Mail
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Geschrieben von Krümel am Samstag, 20 Oktober 2007   

da-vinci-code.jpgBereits nach dem Erscheinen des Buches "Sakrileg" von Dan Brown (das Buch auf dem dieser Streifen basiert) wurde von christlicher Seite heftigst gegen dieses Werk gewettert und der vereinten Gläubigerschaft geraten, es besser nicht zu lesen. The Da Vinci Code dreht sich (nach eigenen Aussagen) um die grösste Verschleierungsaktion der Menschheit und rühmt sich damit, jegliches christliches Gedankengut über den Haufen zu werfen. Ob man diesen hohen Versprechen gerecht geworden ist. lest ihr in dieser Kritik.

 

Handlung:
Der Film beginnt damit, dass der Kurator des Louvre - Jacques Saunière ermordet und zeitgleich der Vortrag von Prof. Robert Langdon (Tom Hanks) in Paris gezeigt wird. Beim Autogrammeschreiben am nächsten Tag wird Langdon von der Polizei aufgesucht und zum Foto der Leiche befragt. Weil er bei den Ermittlungen helfen soll, wird er in den Louvre gebracht, wo er auf den Ermittler Fache trifft. Bald stellt sich dank der Hilfe einer ankommenden und freundlich gesinnten Kryptologin der pariser Polizei aber heraus, dass Langdon als Haupttatverdächtiger gilt. Nachdem er mit der Kryptologin Sophie Neveu (Audrey Tautou) seine Flucht vorgetäuscht hat, inspizieren sie zusammen den Tatort und machen dank letzten Notitzen des Ermordeten die Entdeckung, dass der Ermordete Grossmeister einer Bruderschaft Namens "Prieuré de Sion" angehörte.


30.jpgWeil Langdon noch immer des Mordes verdächtigt wird, flieht er mit Neveu aus dem Museum, um den Fall selbst aufzuklären. Bei ihren Recherchen stossen sie immer wieder auf Geheimnisse und versteckte Symbole und die vom Ermordeten scheinbar geplante Schnitzeljagd führt Neveu (die Adoptiv-Enkelin des Ermordeten übrigens) und Langdon zu einem Kryptex. (Kryptex? Was ist das? http://de.wikipedia.org/wiki/Kryptex)

Um mehr Informationen über die Prieuré, die Opus Dei (Konservative Bruderschaft), den Kryptex und über Leonardo Da Vinci (zu dem schon viele Hinweise führten) zu bekommen, besuchen sie Langdons Freund Prof. Leigh Teabing, der laut Robert Langdon in diesen Sachen sehr belesen sein soll. Dies stellt sich als wahr heraus, Leigh präsentiert sich sogar als ziemlicher Verfechter der Ideen dieser geheimen Bruderschaft, nach der Jesus zB mit Maria Magdalena vermählt und eben jene während der Zeit seiner Kreuzigung sogar schwanger war. Dies und viel weiteres wird Schritt für Schritt sehr glaubhaft dargelegt.  Von dem Eifer der andern zwei angesteckt erklärt sich Leigh dazu bereit, den Geschehnissen weiter auf den Grund zu gehen und mitzuhelfen den Kryptex zu öffnen und ausserdem die letzte Erbin/den letzten Erben Jesu Christi zu finden.

18.jpgSilas (Paul Bettany), ein selbsternannter Krieger Gottes im Auftrag der Bruderschaft Opus Dei aber will sie daran hindern, da die Kentnisse der Prieuré den gesamten christlichen Glauben widerlegen und erschüttern würden. Allerdings gelingt es den dreien ihn zu überwältigen. Da gerade die Polizei einfährt, fliehen sie zusammen mit dem Butler und der Geisel mit dem Privatjet nach London, wo sie ihre Suche fortsetzen und wo sich noch einmal sehr viele Erkentnisse und Überraschungen präsentieren, die ich hier nicht weiter verraten werde, weil man sich sonst den Film gar nicht erst reinziehen muss.

Kritik:
Man kriegt hier einen sehr spannenden und auch anspruchsvollen Krimi-Thriller mit sehr viel Dialog und einem extrem langgezogenen Plot (2,5 H!) vorgesetzt. Mir persönlich gefallen vor Allem Tom Hanks und Paul Bettany, während ich Audrey Tatou in ihrer Rolle weniger überzeugend finde.

01.jpgDer Film lässt dem Zuschauer viele Informationen über die Verschwörungstheorie zukommen, über die Brown berichtet. Im Film und ohne Gegendarstellungen klingt alles sehr glaubhaft, bei näherem Informieren stellt man aber fest, dass der Film historisch höchst inkorrekt ist, warum in Historiker und Experten auch kaum ernst nehmen. Beinahe jede im Film erwähnte These ist sachlich (theologisch neutral) und glaubhaft im gesamten Internet dargestellt und widerlegt. Ich empfehle dringend, sich nach dem Genuss von Film oder Buch sich das noch reinziehen, wenn man sich bei Diskussionen nicht durch historisch inkorrekte Pseudo-Argumentation lächerlich machen will.

Fazit:
Wenn man den Film als Fantasie-Produkt und nicht als Dokumentarfilm ansieht (auch die Informationen über die Prieuré oder Opus Dei sind der Realität kaum entsprechend) dann macht er Spass! Leider ist der Film nicht der versprochene Hammer, der das Christentum in seinen Grundmauern erschüttert. Will man sich ernsthaft mit der Magie von Zahlen und ähnlichen Verschwörungstheorien befassen, bedient man sich aber besser anderer Quellen, zB der Illuminatus-Trilogie von Shea & Wilson oder dem Foucaultschen Pendel von Umberto Eco.


Krümel
About the author:
Jim "Krümel" van Kreuzberg ist ofizieller Schweizer-Korrespondent von Team-Trash.de. Hauptsächlich beschäftigt er sich mit Plattenkritiken, weniger hauptsächlich mit Filmkritiken und Kolumnen.
Musikalisch interessiert ihn vorallem ernstzunehmender HipHop/Rap & melodischen (Deutsch)Punk(rock).
Er singt/spielt selbst Gitarre in einer Band und spielt nebst autodidakt trainierter Gitarre auch Bass und Klavier.
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